Wickelbär – Umzug vom Südamerikahaus ins Darwineum

Wickelbär oder Honigbär oder  auch Kinkaju (Potos flavus)

Er lebt in den tropischen Regenwäldern von Mittelamerika und im nördlichen Südamerika, in maximal 2500 Metern Höhe und ernährt sich überwiegend von Früchten. Wickelbären sind nachtaktive Baumbewohner und schlafen tagsüber in Baumhöhlen.

Die Kopf-Rumpf-Länge misst 42 – 76 cm, der Schwanz ist ungefähr 40 bis 55 cm lang. Das Gewicht beträgt 1,4 bis 4,6 Kilogramm. Eine Besonderheit ist die schmale, lange (ca. 12 cm) und weit herausstreckbare Zunge, die das Tier einsetzt, um an Blütennektar und Honig zu kommen. Wickelbären leben außerhalb der Nahrungssuche in kleinen Familiengruppen. Das Revier einer Gruppe beträgt 30 bis 50 ha. Die Tiere besitzen Duftdrüsen an Kinn, Kehle und Brust, die sie zum Markieren des Reviers oder bei der Paarung einsetzen.

Die Fortpflanzung ist nicht an bestimmte Jahreszeiten gebunden. Falls die Weibchen in Paarungsstimmung sind, lassen sie einen dem Zirpen ähnlichen Laut hören, welcher möglicherweise Unterwürfigkeit ausdrückt. Vor der Kopulation stimuliert das Männchen die Partnerin mit einer Art Massage. Nach einer 100- bis 120-tägigen Tragzeit bringt das Weibchen meist ein Jungtier zur Welt, Zwillinge sind selten. Das Neugeborene wiegt 150 bis 200 g und ist etwa 30 cm lang. Die Aufzucht der Jungen erfolgt ausschließlich durch die Mutter. Die Jungen werden als „Nesthocker“ geboren und sind mit 4 Monaten selbständig.

Wickelt beim Klettern den Greifschwanz um die Äste

Der Name „Kinkajou“ (englisch) beziehungsweise „Kinkaju“ (deutsch) soll auf das Vokabular der brasilianisch-indianischen Tupi-Sprache zurückgehen.

Die Lebenserwartung ist 20 bis 30 Jahre. (Der älteste in Gefangenschaft gehaltene Wickelbär wurde 41 Jahre alt und lebte bis im Jahre 2003 im Zoo von Honolulu)

 

Die Wickelbären sind als LC (nicht gefährdet) eingestuft.

Der Wickelbär existiert in 14 Unterarten, welche sich in Schädel- und Zahnmerkmalen, Körpergröße und Fellfarbe unterscheiden. Heute gelten als seine nächsten Verwandten die Makibären.

 

 

 

Bildquellen: Zoo Rostock/Dobbertin/Genilke