Tier des Monats November – Brazzameerkatze

Die Brazzameerkatze ist eine Primatenart aus der Gattung der Meerkatzen innerhalb der Familie der Meerkatzenverwandten. Sie ist nach dem französischen Afrikareisenden Pierre Brazza benannt.

Die Heimat der Brazzameerkatzen ist das zentrale Afrika –  von Kamerun über Äthiopien bis zur Demokratischen Republik Kongo und dem nördlichen Angola.

Ihr charakteristischer Aufenthaltsbereich sind feuchte Regenwälder. Sie leben sowohl am Boden als auch auf den Bäumen in relativ kleinen Gruppen zusammen, die in der Regel aus vier bis zehn Tieren bestehen. Die Gruppen sind Haremsgruppen, das heißt, sie bestehen aus einem Männchen, mehreren Weibchen und deren Jungtieren. Innerhalb der Gruppe kommunizieren die Tiere mit einer Reihe von Lauten und Gesten – dazu zählen Alarmschreie, um vor Fressfeinden zu warnen und auch Körperhaltung, die innerhalb der Gruppe Dominanz oder Unterordnung signalisieren. Die tagaktiven Tiere ernähren sich hauptsächlich von Früchten und Blättern, aber auch von Insekten und Würmern.

Während Weibchen rund 4 Kilogramm schwer werden, können die Männchen 7 Kilogramm erreichen. Die Kopfrumpflänge variiert zwischen 40 und 47 Zentimetern bei Weibchen und 45 bis 60 Zentimetern bei Männchen, der Schwanz ist etwas länger als der Körper.

Nach rund fünf- bis sechsmonatiger Tragzeit bringt das Weibchen meist ein einzelnes Jungtier zur Welt. Diese werden ein Jahr lang gesäugt und erreichen die Geschlechtsreife mit fünf bis sechs Jahren. Während männliche Tiere ihre Geburtsgruppe bei Eintreten der Geschlechtsreife verlassen müssen, bleiben Weibchen in der Regel ihr Leben lang in der gleichen Gruppe. Die Lebenserwartung in freier Natur wird auf rund 20 Jahre geschätzt, in menschlicher Obhut sind auch 30 Jahre möglich.

Brazzameerkatzen werden wegen ihres Fleisches gejagt und leiden an der Zerstörung ihres Lebensraumes durch Waldrodungen. Insgesamt zählen sie aber noch nicht zu den bedrohten Arten.

Seit der Eröffnung des Darwineums leben die Brazzameerkatzen nach einer längeren Eingewöhnungszeit in friedlicher Gemeinschaft mit den Gorillas. Das überwiegend olivgrau gefärbte Fell prägt ihr markantes Erscheinungsbild. Arme, Beine und Schwanz sind hingegen schwarz. Eine außergewöhnliche Zeichnung weist der Kopf auf: schwarzes Gesicht, weiße Mundpartie, orangefarbenes Stirnband — und ein langer, weißer Bart. Zurzeit sind insgesamt 6 Tiere zu sehen – das Männchen Barca, die Weibchen Florence, Marenga und Ghana sowie 2 Jungtiere, die im Juli und September dieses Jahres geboren sind.

 

(Fotos Zooverein: 1 – 5 Jürgen Wunnicke, Foto 6 – Antje Zerfass)