Diese Tierart wir schon seit einiger Zeit im Aquarium gehalten. Es gibt auch einige Nachzuchten.
Der Himmelblaue Zwergtaggecko lebt in Tansania (Afrika), genauer gesagt im Kimboza Forest-Reservat. Sein Verbreitungsgebiet ist gerade mal auf 20 Quadratkilometer beschränkt. Er bewohnt Wälder, in denen die Palmenart Pandanus rabaiensis (Schraubenbaum) wächst, in etwa 350 m ü. M.. Der aktuelle Bestand wird auf 150.000 Tiere geschätzt.
Diese Art ernährt sich von kleinen Insekten, Spinnen, reifen Früchten und Honig.
Türkisblaue Zwerggeckos sind tagaktive Baumbewohner. Die Gesamtlänge einschließlich Schwanz beträgt 10 cm und ihr Gewicht liegt unter 10 g.
Die Geschlechter unterscheiden sich in ihrer Färbung. Nur das Männchen besitzt die strahlend türkisblaue Rückenfärbung, die für den deutschen Namen verantwortlich ist. Das Weibchen ist dagegen grünlich bis bronzefarben. Die schwarze, gestreifte Kopfzeichnung besitzen beide Geschlechter.
Das Balzverhalten des Männchens ähnelt dem Imponiergehabe gegenüber Rivalen. Beim Balzen bläht es seinen dunklen Kehlsack auf, bewegt den Kopf ruckartig und wölbt den Rücken. In einem Revier lebt entweder ein Pärchen oder eine Gruppe, die aus einem Männchen, zwei Weibchen und möglicherweise einigen älteren Jungtieren besteht.
Nach der Paarung werden jeweils zwei aneinanderklebende Eier in Spalten der Baumrinde abgelegt. Die Entwicklungsdauer der Eier beträgt 60 bis 70 Tage, pro Jahr werden max. 20 Eier gelegt.
Die Lebenserwartung beträgt bis zu neun Jahre.
Der Türkisblaue Zwerggecko ist als CR (Critically Endangered – vom Aussterben bedroht) eingestuft. Das Europäische Zuchtbuch führt der Paignton Zoo in England.
Sein Lebensraum ist durch Abholzung, Brände, Landwirtschaft und Rohstoffabbau bedroht. Eine weitere Gefahr stellt der illegale Fang für den Heimtierhandel dar.
Beschrieben wurde diese Tierart 1952 vom englischen Zoologen Arthur Loveridge. Über ihre Biologie ist allerdings sehr wenig bekannt.
Im Rahmen der Aktion „Zootier des Jahres 2024“ der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e. V. (ZGAP) wurde unter anderem ein Projekt zum Schutz des Himmelblauen Zwerggeckos in Tansania gefördert.
Dabei wurde unter anderem ein 56 Hektar großes Schutzgebiet eingerichtet. Durch das Anlegen von 20 km langen Waldbrandschneisen und den Einsatz von Brandwächtern konnte die Ausbreitung von Waldbränden eingedämmt werden. Außerdem wurden Anti-Wilderei-Patrouillen eingesetzt und zusätzlich 20.000 Bäume gepflanzt.
SCHON GEWUSST?
Vor der Paarung führen Männchen und Weibchen eine Art Tanz auf. Sie nicken mit dem Kopf und wackeln mit dem Schwanz.
Bilder Rostocker Zooverein: Matthias Meisel




