Tier des Monats Juli – der Schneeleopard

Verwandtschaft: Raubtiere → Katzen (Unterfamilie Großkatzen)
Verbreitung: Hoch- und Bergland Zentralasiens (Afghanistan, Osttibet, Baikalsee)
Lebensraum: Hochgebirge, meist oberhalb der Baumgrenze, stark bedroht
Lebensweise: Einzelgänger, gute Kletterer und Springer, dämmerungsaktiv
Ernährung: Gebirgshuftiere, Murmeltiere, Hühnervögel, im Zoo 1 Fastentag pro Woche
Fortpflanzung: Tragzeit ca. 100 Tage, 2-3 Junge, Nesthocker

Weltmeister im Weitsprung und Künstler der Tarnung
Nicht einmal Kängurus können so weit springen wie Schneeleoparden. Selbst 15 Meter breite Gletscherspalten sind für die athletischen Großkatzen kein Hindernis. Die atemberaubende Sprungkraft verdanken sie ihren langen Hinterbeinen, den kurzen Vorderbeinen mit den breiten Tatzen, ihrem starken Brustkorb und dem langen, buschigen Schwanz. Er dient zum Balancehalten und als wärmende Stola. Das dichte und lange Fell schützt die Tiere hervorragend im rauhen Hochgebirge. Seine graue Fleckenzeichnung tarnt perfekt in Fels und Schnee. Haarpolster an den Pfoten verhindern das Einsinken. Doch gerade das außergewöhnlich schöne Fell wurde vielen Tieren zum Verhängnis. Sie sind die am stärksten bedrohte Großkatzen der Erde. Heute leben nur noch 4000 bis 6.400 Exemplare in freier Wildbahn in einer Höhenlage von 2700 – 5000 m. Der Mensch ist der größte Feind. Der Schneeleopard ist in allen Ländern, in denen er noch vorkommt, streng geschützt. Trotzdem wird er unkontrolliert in den fast menschenleeren Bergen von Wilderern gejagt.

Vor einem halben Jahrhundert war der Schneeleopard oder Irbis in europäischen Zoos eine große Seltenheit, heute ist diese im Freiland gefährdete Katze mit ihrem prachtvollen Fell dank einem Erhaltungszuchtprogramm in zahlreichen Zoos zu sehen. Es gibt ein Internationales Zuchtbuch (ISB), das von Nordens Ark in Schweden geführt wird und 478 lebende Tiere in 205 Institutionen umfasst [IZY 52, Daten bis Dezember 2016].

Haltung in europäischen Zoos: Schneeleoparden werden in rund 100 Zoos gehalten, von denen sich etwa ein Fünftel im  deutschsprachigen Raum befinden.

In den Rostocker Zoo kamen die ersten Schneeleoparden 1989. Sie haben ihr Gehege in unmittelbarer Nachbarschaft zum Jaguar und dem kleinen Löwen-Rudel im historischen Zooteil. Momentan leben hier 2 Schneeleoparden: Schneeleopard Barid wurde am 8. Mai 2015 im Kölner Zoo geboren und lebt seit dem 15. November 2017 in Rostock.

Schneeleopardin Emba wurde in am 18.05.2008 im Rostocker Zoo geboren und hat zu ihrer Tierpflegerin Ellen Hinz eine besondere Beziehung: Sie wurde mit der Flasche aufgezogen. Wenige Tage nach ihrer Geburt bekam sie eine Virusinfektion. Die Krankheit machte eine tägliche Behandlung nötig, die aber in Anwesenheit der Mutterkatze nicht möglich gewesen wäre. Solch eine Handaufzucht von Schneeleoparden ist  etwas ganz Besonderes und extrem selten.

Quellen: Zoo Rostock; Zootierlexikon von Dr. Peter Dollinger, Zoo Office Bern; NABU International Naturschutzstiftung

 

 

Bildquelle(n)

  • Emba und Barid: Peter Fiedler, Zooverein
  • Emba: Jürgen Schittek, Zooverein
  • Barid: Jürgen Wunnicke, Zooverein
  • Barid: Jürgen Wunnicke, Zooverein
  • Emba: Carina Braun, Zoo